Die Vögel bereiten sich auf den Frühling vor

Die ersten Knospen öffnen sich. Krokusse, Tulpen und weitere Frühlingsboten spriessen aus der Erde den Sonnenstrahlen und dem Licht entgegen. Bei uns Menschen erwacht die Vorfreude auf die Gartenarbeit. Es wird geputzt, zurückgeschnitten und gepflanzt, was das Zeug hält.

Von Elisabeth Kehl, Voliere Gesellschaft Zürich / Pro Tier Ausgabe 1/18

Die Amseln sind die Frühaufsteher unter den Vögeln

Die Vögel sind schon fleissig am Nesterbauen und auf Partnersuche. Damit sich die Tiere in Ruhe einrichten können, ist es wichtig, dass wir die Säuberung unserer Gärten Ende März einstellen. Zum Schutz der Wildtiere gibt es in der Schweiz dafür eine Richtlinie. In Deutschland ist man sogar gesetzlich verpflichtet, ab Ende März im Garten keine Säuberung mehr vorzunehmen, ansonsten drohen hohe Bussgelder.
Unser Frühlingsbote ist die Amsel, die uns frühmorgens mit ihrem wundervollen Gesang weckt. Sie schmettert ihre Arien am liebsten von einem hohen Baum herab, und jeder freut sich, ihren Gesang zu hören. Leider ist aber ausgerechnet der Bestand der Amseln durch den aus Afrika stammenden Usutus-Virus extrem bedroht. Dieser Virus wird von exotischen Stechmücken übertragen und verursacht bei Vögeln, Säugetieren und auch bei Menschen eine Infektion. Er bedroht unsere einheimischen Vogelarten, denn bei Vögeln verläuft die Infektion meistens tödlich.

Das Setzen von einheimischen Pflanzen
hilft Die Globalisierung hat offenbar auch in der Pflanzenwelt Einzug gehalten. Oft wissen wir gar nicht mehr, ob die neue, hübsche Pflanze in unserem Garten einheimisch oder exotisch ist.
Die Forsythie zum Beispiel, der gelb blühende Strauch, ist aus unseren Gärten kaum mehr wegzudenken. Diese Pflanze ist aber ein Exot und kann höchstens drei Insektenarten beherbergen. Einheimische Pflanzen hingegen bieten Platz und Nahrung für bis zu 300 Insektenarten! Wer für seinen Garten einheimische Pflanzen bevorzugt, tut etwas Gutes für Tierwelt und Natur. Ausserdem wird das Portemonnaie geschont, denn einheimische Pflanzen sind mehrjährig.

Die Lebensgrundlage unserer Vögel wird zerstört
Wie arm wäre die Welt ohne Vögel! Man mag es sich kaum vorstellen. Wenn der Mensch weiterhin so rücksichtslos mit der Umwelt umgeht, droht aber der Verlust unserer Vögel und anderer Tiere, ohne die unser Leben kaum mehr lebenswert wäre.
Monokulturen, Pestizide, immer mehr geteerte Strassen und das Zumauern von Bruthöhlen machen den Vögeln das Leben schwer. Brutplätze und Nistmaterial gehen verloren, und viele Zugvögel, die immer an den gleichen Ort zurückkommen, irren hilflos umher.

Unsere Vögel brauchen uns. Helfen können wir, indem wir unsere Gärten vogelgerecht gestalten, auch mal etwas liegen lassen, was die Vögel als Nistmaterial brauchen könnten, und möglichst viele einheimische Pflanzen wachsen lassen. So schaffen wir eine Welt, in der auch unsere gefiederten Freunde gerne leben.

 

By |2018-10-25T10:08:03+00:00März 23rd, 2018|Allgemein, News, ProTier|0 Comments

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