Ein Artikel aus ProTier vom 04.12.2015

Die kalte Jahreszeit steht bevor – und damit die Frage: Soll man Vögel im Winter füttern? Und falls ja, ab wann und welches Futter ist für welche Vogelart geeignet?
Die neuesten Zahlen erschrecken: In den letzten 40 Jahren ist der Singvogelbestand um die Hälfte geschrumpft! Dies hat auch mit dem kleiner werdenden Nahrungsangebot zu tun, zumal immer mehr natürliche Futterstellen verschwinden. Deshalb halten viele Experten Vogelfütterung im Winter aus umweltpädagogischer Sicht für notwendig.

An Futterhäuschen im eigenen Garten hat man Gelegenheit, die Vögel aus nächster Nähe zu beobachten. So ist das Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt auch Artenkenntnis und bietet besonders Kindern eine wertvolle Möglichkeit für eigene Beobachtungen.

Wie und was füttern?

Die meisten Vögel mögen Futter aus Sonnenblumenkernen und Hanfsamen. Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen Vögel länger an der Futterstelle. Für unsere Körnerfresser wie z.B. Meisen, Finken und Sperlinge sind FreilandFuttermischungen, die zusätzlich andere Samen unterschiedlichster Grösse enthalten, geeignet. Für die bei uns überwinternden Weichfresser wie z.B. Rotkehlchen, Zaunkönig, Amsel und Heckenbraunelle empfehlen sich Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie. Meisen lieben aber auch Gemische aus Fett, Samen und Nüssen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. An diesen wird man zuweilen sogar Spechte im Garten beobachten können. Wichtig: Alle Produkte, die Palmöl, Kokosfett oder Erdnüsse beinhalten, sollten aus ökologischer Sicht nicht gekauft werden. Gefüttert wird vorzugsweise am Morgen, wenn die Vögel nach der langen, kalten Nacht hungrig sind. Am Nachmittag kann nachgefüllt werden – für die nächste kalte Nacht. Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Essensreste wie Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es schnell verdirbt und im Magen der Vögel aufquillt. Beim Kauf eines Futterspenders sollte man ein Modell wählen, bei dem die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. So können Ausbreitung und Übertragung von Krankheitserregern minimiert werden. Vogelkot ist mit heissem Wasser zu beseitigen. Finden sich trotzdem kranke Vögel um das Vogelhaus, entsorgen Sie es bitte. Platzierung: An übersichtliche Stellen setzen, wo sich keine Katze anschleichen kann – aber in angemessenem Abstand zu Bäumen oder Büschen. So finden die Vögel bei allfälligen Attacken schnell Deckung. Ausserdem darauf achten, dass sich in der Nähe befindende Glasscheiben nicht zu tödlichen Fallen werden! Regelmässiges Füttern «spricht» sich in der Vogelwelt schnell herum, und unsere gefiederten Freunde revanchieren sich mit emsigem Treiben im Garten. Die meisten grossen Naturschützer haben einmal als begeisterte Beobachter am winterlichen Futterhäuschen begonnen.

 

Mehr Infos, Fotos und aktuelle Geschichten über die gefiederten Schützlinge der Voliere Zürich:
www.voliere.ch oder auf Facebook: www.facebook.com/VoliereZuerich

 

 

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By |2017-01-03T10:37:22+00:00Dezember 4th, 2015|Hilfe, ProTier|0 Comments

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